22 Apr 2005
Tim Rogers war für ungefähr einen Monat verschollen in Korea. Nach seiner Rückkehr hat er auf largeprimenumbers.com ein paar Texte veröffentlicht für die, die ihm mindestens 1,08$ überweisen. Einer dieser riesigen Artikel handelt von Rockmusik. Rockmusik, heisst bei Tim meist japanischer Punkrock, allerdings lässt der Artikel genug Platz für die Ramones und die Beatles.
Ich dachte immer die Beatles wären so richtig scheisse. Für mich waren sie das musikalische Äquivalent zu Damals war es Friedrich, beim Wort schwangen immer fürchterliche Gedanken an atonales Kanon-Geplärre in der fünften Klasse mit “We all live in a yellow Submarine” oder an den fürchterlich schleppenden Rhytmus und das immer wiederkehrende Mantra Love is all you need.
Verena hatte mit den Spoons am Dienstag einen Auftitt im Bürgerhof, anschließend haben irgendwelche Mittdreißger angefangen zu jammen, als erstes Lied Hey Joe gespielt und schöne Erinnerungen an unspezifisches in mir geweckt. ich war gut drauf und als ich danach wieder zu Hause war, habe ich Jimi Hendrix’ Ultimate Collection eingelegt und Tims Artikel “changing the world in japanese” gelesen. Nach einer Stunden hatten Tim und Jimi mich veranlasst, das nie gehörte One Album der Beatles auf meinen iPod zu laden.
The Beatles hit Japan before the invention of the Walkman. One can say that it was most likely The Beatles that paved the way for the Walkman. Japanese people wouldn’t care to listen to recorded music had The Beatles not birthed pretty much all the genres of music considered worth listening to.
Nun ja vielleicht nicht alle Genres, aber ich war doch erstaunt über das was mir zu Ohren kam. Nach einer Woche mit zweimal One auf dem Weg zur Uni und nach Hause bin ich hin und weg. Yellow Submarine und All you need is love werden allerdings immernoch übersprungen.
08 Apr 2005
DRIV3R (die pseudo-1337 Schreibweise für “Driver 3” haben die Publisher selber verbrochen) hab ich heute nachmittag zu Ende durchgespielt. Irgendwie bin ich der Meinung, das Spiel hätte nen Review verwindet, also schreib ich mal einen. DRIV3R dreht sich wie die beiden vorrausgegangenen Versionen hautpsächlich um das Brechen jeglicher Verkehrsregeln im Stadtverkehr. Dieses elementare Spielelement ist (wie bei den Vorgängern) in eine verwinkelte Handlung aus Kriminalität und Undercover-Ermittlungen eingebettet, ein Vergleich mit allen GTA-Teilen liegt soweit ebenfalls nahe. Auch an den Missionen und dem Spielprinzip hat sich nichts wesentliches geändert (abgesehen davon, dass man im Ur-Driver noch nicht aus dem Fahrzeug steigen und ein anderes “leihen” konnte).
Fast alle Missionen in DRIV3R erinnern ziemlich an Filme meines Lieblingsgenres, nämlich jene, in denen üble Gangster und Polizisten in wilden Verfolgungsjagden durch enge Straßen haufenweise Gummi und Blech in Rauch und Schrott verwandeln. Dies macht für mich auch die Hauptfasszination dieses Spiels aus. Der Actionfilm-Charakter wird durch eine relativ realistische Physik-Engine (einige der Programmierer waren wohl von Halflife 2 sehr angetan) und spektakulär schleudernde Wagen aufgebaut, das Geschwindigkeitsgefühl durch die meist engen Gassen und mittelhohe Verkehrsdichte verstärkt. Die künstliche Intelligenz der Gegner ist, was Fahrkönnen betrifft, durchaus meiner würdig, die unfreiwillg beteiligten zivilen Verkehrsteilnehmer reagieren realistisch träge und unkontrolliert. Die Fahrzeuge sind detailreich, wenn auch ein wenig verschwommen, und glänzen shaderunterstützt im Sonnenlicht. Solange man sich im Auto befindet, ist die Welt also meist in Ordnung.
Wenn man jedoch (gezwungen oder freiwillig) den Wagen verläßt, zeigt sich DRIV3R von der anderen Seite. Die Figuren holpern durch die Gegend wie bei der Augsburger Puppenkiste, die Steuerung ist ein Meisterwerk an Präzisionsmangel. Die eben noch von fahrerischer KI nur so strotzenden Gegner verwandeln sich nun in Schießbuden-Pappkameraden, die mehr in die Gegend als gezielt auf etwas ballern können, völlig sinnlos Deckung suchend, wenn man nicht schießt, oder unter Beschuss gerade auf einen zurennend. Wäre die Zielfunktion nicht so unpräzise (ich sage nur PS2 Konvertierung), wäre DRIV3R an solchen Stellen eine perfekte Kirmes-Schießbuden Simulation. Um den Schwierigkeitsgrad halbwegs zu halten, mussten die Designer daher zu unfairen Mitteln greifen (if you can’t win, cheat!). Deshalb poppen neue Gegner plötzlich mitten im Sichtfeld auf, oder 5 Stück davon verstecken sich feige hinter einer Tür, durch die man natürlich durch muss.
Die 3 in DRIV3R simultierten Städte (Miami, Nizza, Istanbul) sind groß, detailreich und kommen glaubhaft rüber. Leider nutzen die Missionen jedoch nur 25% der Städte wirklich aus, und auch dann hat man eigentlich nie Zeit, die Umgebung als mehr als eine Ansammlung von festmontierten und beweglichen Gefahren wahrzunehmen. Da die Missionen fast alle sehr linear sind, bringt einem die mögliche Bewegungsfreiheit in der Stadt auch quasi nichts.
DRIV3R ist kein Spiel für Leute mit einer geringen Frustrationstoleranz. Einige Missionen sind nur durch das zufällige Zusammentreffen vieler günstiger Umstände zu schaffen, etwa die vorletzte Mission, für die ich wahrscheinlich fast 100 Versuche gebraucht habe. Wenn ich die spannende Story und die Verfolgungsjagden, das gehetzt-durch-die-Stadt-rasen, das unbedingte Anhängen an die Stoßstange des Verfolgten und die Reifenquietsch- und Blechgeschepperorgien nicht so lieben würde, hätte ich wahrscheinlich schon ziemlich bald aufgegeben oder gecheatet. Die Missionen ausserhalb des Autos sind allenfalls magerste Durchschnittskost und haben keinerlei Langzeitmotivation. So sehr linear (wie in anderen Kritiken gelesen) sind die Missionen bei näherer Betrachtung doch nicht, bei einigen Missionen weicht mein Lösungsweg doch deutlich von dem ab, den ich gerade in einer Komplettlösung gelesen habe. Augenscheinlich war der Autor der Komplettlösung ein guter Schütze und schlechter Fahrer, bei mir verhält es sich da wohl eher umgekehrt.
07 Apr 2005
Dienstag habe ich das dritte Semester hinter mich gebracht, in Form einer blöden Klausur in Betriebssysteme 2. Gleichzeitige habe ich meine erste Leistung für’s vierte Semester erbracht indem ich im Proseminar “Codeoptimierungstechniken moderner Compiler” ein Referat über Compilergrundlagen gehalten habe. Steht nur noch die Ausarbeitung an, die nach ihrer Fertigstellung auch hier veröffentlicht werden wird.
Die verbleibenden Tage bis zum Vorlesungsbeginn am Montag verbinge ich mit ein paar verdienten Tagen Nichtstun. D.h. Zocken: God of War ist ganz unterhaltsam, kommt aber nicht ansatzweise an Ninja Gaiden ran. Doom 3 ist auf der Xbox noch atmosphärischer als auf dem Rechner, dank Dolby Digital und entspannter Sitzposition. Gestern war ich bei Mediamarkt um mir Resident Evil 4 zu kaufen. Ich bin ca. 4 Stunden im Spiel und bis jetzt zwar noch nicht hin und weg, fühle mich aber stets gut unterhalten. Mehr dazu später, wenn ich weiter bin.
Inspiriert von Kai Pahls Ankündigung eine Liste mit Windows-Tips die ihm Leser zugeschickt haben zu veröffentlichen, habe ich ebenfalls eine solche Liste verfasst, mit dem schönen Namen No-Bullshit Windows. Darin konzentriert sich alles was ich momentan tue um Windows angenehm zu gestalten, hauptsächlich in Form von Software-Empfehlungen. Vielleicht werde ich das Ganze später noch erweitern, ich warte erstmal auf Resonanz.
15 Mar 2005
Heute bin ich wie die gesamten letzten zwei Wochen mit dem Vorsatz aufgewacht, direkt nach dem Frühstück mit dem Lernen anzufangen. Aber genau wie in den letzten zwei Wochen wurde daraus natürlich nichts. Müsli zu futtern und dabei nichts zu tun ist Zeitverschwendung, in der Zeitung steht auch nichts interessantes, also stehe ich auf, putze mir die Zähne, schalte den Rechner an und mach mir mein Müsli. Wenn das Müsli fertig ist, ist auch der Rechner fertig, ich setz mich hin und surfe löffelnd im Netz. Zuerst werden die RSS-Feeds abgecheckt. Da war heute morgen auch nicht viel los, ausser einem Post auf Insert Credit über einen Bericht von der Data Destruction Tour 2005.
Seit Wilfred Castillo von Gameboy und C64 Musik (allgemein Chipmusik: Musik, primär erzeugt mit den Chips alter Computer/Konsolen) angetan, bin ich den Links gefolgt und so zu den Seiten der beteiligten Artists gelangt: nullsleep, Bit Shifter und Covox. Auf allen Seiten finden sich sehr coole Tracks, mitunter sogar ganze Live-Sets und Alben zum Download.
Nach den Feeds kommt meine bescheidene Blogroll dran. Über Mikes Seite bin ich letztens bei Agitpop gelandet, der heute ebenfalls von C64 Musik berichtet und dabei eine Menge guter URLs weitergegeben hat (Eintrag nach unten scrollen). Besonders empfehlen möchte ich aus der Liste die C64 Remixe von Puffy64. Chiptunes verziert mit Gitarre Bass und Schlagzeug. Anspieltip: das Delta (Maintheme).
Wie ich auf Bubblyfish gestoßen bin weiss ich nicht mehr, aber sie (!) macht sehr coolen LoFi-Ambient dem man kaum anhört dass er auf einem Gameboy entstanden ist.
13 Mar 2005
Rya, you must design the ultimate free-roaming Game of All, where you pilot a sentient ship who must eat other ships to stay alive and gain power, but can also date other male and female ships (your ship is omnisexual) by matching the correct gifts and choosing proper conversation topics. These gifts can be won by annihilating entire worlds (for a rare flower, for example) through galactic conquest, during which you control your armies from the grand strategy scale all the way down to the tactical level. During these battles you can switch from horizontal to vertical scrolling, weaving your way through bullet-hell to single-handedly turn the tide of battle. You can also exit your ship at remote outposts to find out you’re actually some kind of space platypus who can win collectible items by playing Tringo and Pachinko, or kill space-hookers to earn extra cash with which you can buy furniture to decorate the interior of your ship in an elaborate feng-shui, free-form puzzle mode. By finding your place amongst the people, you can eventually clone yourself and be elected mayor of a small town (your clone will be the opposite gender of whatever you chose while customizing your first platypus-avatar). Your clone construct roads and waterways, building your town into a bustling metropolis and fending off Mecha Godzilla attacks by growing to giant size and going best of three rounds in one-on-one versus combat, making full use of a deep fighting system that includes false roman canceling and carefully timed parries. All the while, your moral actions will determine the fate of the galaxy as you struggle against several competing ancient prophecies. Should you succeed in fully subjugating the galaxy, your two platypi will mate to produce an omipotent and retarded god emperor. The children of your sentient spaceship will act as his attendants, and can be configured to one of thirteen battle formations and assigned seven different behavioral modifiers. It’s then that you discover that… The whole game was simply the spice-induced dream of that angry retarded god’s proto-fetus… THE PLAYER. At this point I think the game might become a first-person shooter set in the birth canal… but you probably know better than I do.
—Zepyulos im Insert Credit-Forum