Oddity …
27 Nov 2003Offensichtlich findet Penny Arcade es im aktuellen Post seltsam, in einem Videospiel über den letzten Weltkrieg die Partei der (virtuellen) Gegenseite zum (realen) eigenen Land zu ergreifen und somit praktisch die eigenen Vorfahren ins Visier zu nehmen. Sie beziehen sich dabei auf diesen Artikel auf Gamespot, in dem ein japanischer Spieler mit den Worten “I bet that you couldn’t even sell a game like this overseas. I have a feeling that Japanese are the only people who would brush this off because ‘it’s only a game.’” zitiert wird. Ein höchst amerikanischer Gedankengang; wo sollte auch sonst der Patriotismus herkommen, sich an der national/historisch orientierten Parteienbildung in einem virtuellen Kriegsspiel zu stören. Auch merkwürdig, dass da jemand im Alter von über 30 Jahren offenbar zum ersten Mal auf den Gedanken kommt, dass ja noch Spieler anderer Nationalitäten als der Amerikanischen auf dem Erdenrund existieren.
Abgesehen davon hatte ich kein Problem damit, die Nazis in Return to Castle Wolfenstein in Chicken Wings zu verwandeln. Zum einen ist es nur ein Spiel, zum anderen bin ich mir ziemlich sicher, dass mein Großvater weder mit Nazichicks in engen Lederklamotten noch mit Heinrich dem Ersten auch nur das Geringste zu tun hatte. Wenn irgendwann Spiele rauskommen, in denen Weisse Kraft gegen Böser Schwarzer Mann anrennt, werd ich mich allerdings davon fernhalten.